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Der Deutsche BundeswehrVerband (DBwV) ist eine überparteiliche und finanziell unabhängige Institution. Er vertritt in
allen Fragen des Dienst-, Sozial- und Versorgungsrechts die Interessen seiner rund 200.000 Mitglieder - aktive
Soldaten, Reservisten, Ehemalige und Hinterbliebene, zivile Angehörige der Bundeswehr sowie fördernde Mitglieder.
Für unsere Abteilung
Recht
suchen wir
ab sofort
am Standort
Berlin
einen
Sachbearbeiter/-in
Arbeitsrecht und Mitbestimmung
Ihre Aufgaben:
• Bearbeitung von Fragen in den Bereichen Personalvertretungsrecht (BPersVG und SBG) sowie in den Bereichen
Gleichstellungsbeauftragte (BGleiG und SGleiG) und Schwerbehindertenvertretung (SGB IX) der Bundeswehr
• Beratung für Mitglieder, Personalräte und Vertrauenspersonen
• Unterstützung bei der Bearbeitung von zugehörigen Grundsatzfragen
• Unterstützung bei der Begleitung von Gesetzgebungs- und Verordnungsverfahren
• Schreiben von Fachartikeln für Verbandsmagazin und elektronische Medien des DBwV
Ihr Profil:
• Mehrjährige Bundeswehrerfahrung
oder
• Hochschulstudium (Bachelor-Ebene) oder vergleichbare Ausbildung in den Bereichen Recht, Politik oder
Verwaltung
• Erfahrung in einer Personalvertretung, in einem Betriebsrat oder als Vertrauensperson wünschenswert
• Kenntnisse im Arbeits- und Tarifrecht und/oder im Dienstrecht des Bundes wünschenswert
• Selbstständiges Arbeiten, Teamfähigkeit, kommunikative Kompetenz, Flexibilität und Belastbarkeit
• Affinität zur Arbeit gewerkschaftlicher Berufsverbände von Vorteil
Unser Angebot:
Wir bieten Ihnen im Rahmen einer Vollzeittätigkeit (39 Stunden/Woche) einen modern ausgestatteten Arbeitsplatz in
Berlin-Mitte mit vielseitigen Aufgaben in einem motivierten Team. Die Position ist angemessen dotiert und beinhaltet
attraktive Sozialleistungen. Die Einstellung erfolgt für externe Bewerber zunächst befristet auf 2 Jahre.
Seit 1956 für die Menschen in der Bundeswehr
Interesse?
Bitte richten Sie Ihre Bewerbung unter Angabe Ihrer Gehaltsvorstellungen und des
frühestmöglichen Eintritts (bitte ausschließlich auf elektronischem Wege) an die
Personalabteilung des DBwV e. V., Südstraße 123, 53175 Bonn
Bewerbung@dbwv.deKüstrin: Tragödie eines aussichtslosen Kampfs
Küstrin – preußisch-deutsche Groß-
festung und Stadt nahe der Mündung
der Warthe in die Oder – ist Thema
und Inhalt dieses faszinierenden, reich
ausgestatteten Buchs.
Der Autor, Gerd-Ulrich Herr-
mann, Absolvent der Militärakade-
mie „Friedrich Engels“ und Angehöri-
ger der Bundeswehr, seit 2002 Leiter
der Gedenkstätte Seelower Höhen,
schreibt ein gründlich recherchiertes
Buch mit reicher Quellenbasis. Er ver-
zichtet auf Heldenpathos in seinem
Hauptteil, der sich dem verzweifelten
Endkampf der Festung ab Ende Ja-
nuar 1945 bis zu ihrer vollständigen
Zerstörung Ende März 1945 widmet.
Der Autor gliedert sein Buch in
einen historischen Teil, der die Ent-
wicklung von Stadt und Festung
durch die Jahrhunderte seit 1352
zeigt, illustriert mit vielen zeitgenössi-
schen Stichen und Fotos. Vom Kapp-
Putsch, der auch in Küstrin erfolglos
stattfand, bis zur Rolle im Dritten
Reich nach der Wiederbewaffnung
reicht dieser historische Überblick.
Natürlich fehlt auch nicht die tief-
traurige Episode der Verurteilung des
Preußischen Thronfolgers Friedrich
– später „der Große“ – zu Festungs-
haft in Küstrin durch seinen strengen
Vater, den „Soldatenkönig“. Friedrich
begleitete seinen ungeliebten Vater
1830 auf einer Reise nach Süddeutsch-
land, war bei Sinsheim untergebracht
und nutzte eine Nacht zu einer lange
geplanten Flucht Richtung Frank-
reich. Seine Begleiter waren die Leut-
nante Keith und Katte. Der König
wertete diese Tat als Desertion und
war nur mühsam davon abzuhalten,
ein Todesurteil gegen seinen Sohn zu
verlangen. So kam Friedrich zu zwei
Jahren Festungshaft in Küstrin.
Der Hauptteil des Buchs ist dem
verzweifelten Endkampf der unzu-
reichend bewaffneten Soldaten von
Wehrmacht, Volkssturm und Hitler-
jugend gewidmet. Die noch intakten
Wehrmachtsverbände waren stark
dezimiert, es fehlte bereits an Waffen,
Munition, Treibstoff und zuletzt auch
an Verpflegung.
„Ihr seid das letzte Bollwerk vor
Berlin und müsst die Stellung an der
Oder so lange halten, bis die Stoßar-
meen aus dem pommerschen Raum…
antreten und hinten in Russisch-Polen
den Sack zubinden“, erklärte Hitler
den Soldaten der Festung.
Himmler, seit Januar 1945 dilet-
tantischer Oberbefehlshaber der neu-
en Heeresgruppe Weichsel, ernannte
SS-Gruppenführer Reinefahrt zum
Festungskommandanten.
So nimmt die Tragödie eines aus-
sichtlosen Kampfs gegen eine über-
wältigende Übermacht ihren Lauf.
Die Motivation der Soldaten ist eine
Mischung aus Führertreue, Hoffen
auf Entsatz, Glaube an die in Aussicht
gestellten „Wunderwaffen“ und Reali-
tätssinn.
Besonders interessant ist der Blick
auf die sowjetische Seite, ihre Strategie
imWettlauf nach Berlin, die Operati-
onen ihrer Marschälle und die Füh-
rung letztlich auch durch Stalin.
Im Endkampf Ende März gelingt
es noch einigen Teileinheiten, ent-
täuscht und demoralisiert, sich nach
Westen durchzuschlagen, darunter
auch Kommandant Reinefahrt. Trotz
seiner hohen Stellung in der SS wurde
er im Nachkriegsdeutschland ab 1951
Bürgermeister von Westerland und
saß im Landtag von Schleswig-Hol-
stein.
Ein letzter Blick im Buch gilt der
nun polnischen Stadt Kostrzyn. Nach
mehreren Jahrzehnten sind Reste von
zwei Stadttoren wieder aufgebaut, ein
Museum eingerichtet und Führungen
über das blutige Schlachtfeld mög-
lich geworden. Der EU und Polen sei
Dank.
Fazit: Eine literarische „Auferste-
hung“ der bislang von der deutschen
Geschichtsschreibung weniger beach-
teten Festung. Das Buch kann man –
auch wegen des angemessenen Preises
– nur empfehlen und ihm viele Leser
wünschen.
Winfried Vogel
Gerd-Ulrich Herrmann: Festung
Küstrin 1945: Anspruch undWirkli-
chkeit – Die Geschichte einer Festung,
ISBN: 978-3-86933-130-8, reiche
Bebilderung, 224 Seiten, 23,50 Euro
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DIE BUNDESWEHR | JANUAR 2017
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