Viereck/Mecklenburg-Vorpommern.
Sie tausch-
ten ihr Jugendzimmer gegen die Dackelgarage, den
Dance Floor gegen das Lagerfeuer am Platz der
Gruppe. Für 88 Rekruten –Männer und Frauen –
ist das Panzergrenadierbataillon 411 inViereck seit
dem 1. September 2016 eine neue Heimat. In der
Grundausbildung gehen sie ihre ersten Schritte im
militärischen Umfeld. Ein im deutschen Heer bis-
lang einzigartiges Projekt – der Orientierungstag
– ist für die Rekruten nun eine Zwischenstation.
Die Motivation der jungen Menschen, in der
Bundeswehr dienen zu wollen, ist vielschichtig:
Einstehen für die Werte und Grundsätze der
Bundesrepublik Deutschland,
umfangreiche
Ausbildungen, gepaart mit hoher körperlicher
Herausforderung, oder das Erfahren von gelebter
Kameradschaft, die sie manchmal über sich hin-
auswachsen lässt, spiegeln nur einige Beweggründe
für den Dienst in der Bundeswehr wider. Eines gilt
jedoch für alle jungen Männer und Frauen glei-
chermaßen: Mit demGang durch das Kasernentor
beginnt für sie ein bislang unbekannter und he-
rausfordernder Lebensabschnitt.
Einblick in das, was da kommt
Der Orientierungstag gibt den Rekruten Einblicke
in den täglichen Dienst der Panzergrenadiere im
Bataillon. Er ist für die jungen Soldaten eine neue
Möglichkeit, schon in den ersten Wochen des Sol-
datseins hautnah zu erleben, was nach der Grund-
ausbildung als Panzergrenadier auf sie zukommt.
„Wir freuen uns auf die Fragen und Gespräche
mit den Neuen“, erklärt Robert Platz. Robert ist
zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist. Als einen
der Höhepunkte des Orientierungstags wird sich
Robert mit seinem „Marder“ in Aktion vorstellen.
„Gemeinsammit weiteren Kameradinnen und Ka-
meraden aus unserem Bataillon wollen wir an die-
sem Tag den jungen Rekruten zeigen, was es heißt,
Panzergrenadier zu sein“, sagt er.
R. Hinz
28 Jahre alt und Oberstabsgefreiter in der 2. Kom-
panie. Im Januar 2008 begann für ihn – damals
noch als Wehrpflichtiger – seine dreimonatige
Grundausbildung im Panzergrenadierbataillon
411. Robert schaut zurück: „Dass ich länger dabei
bleiben würde, stand für mich damals fast vom ers-
ten Tag an fest. Nach den Erfahrungen in meiner
Grundausbildung, täglich etwas Neues zu erleben,
in der Kameradschaft und im Team ungewohnte
Herausforderungen zu meistern, war es für mich
sehr schnell klar, meine Dienstzeit zu verlängern.“
Robert verpflichtete sich bereits im Anschluss an
seine Grundausbildung als Soldat auf Zeit für acht
Jahre.
Was es heißt, Panzergrenadier zu sein
Als wichtigen Punkt seiner militärischen Kar-
riere bezeichnet Robert seinen Auslandseinsatz
in Afghanistan im Jahre 2012. „Es sind die mit
den Kameraden gemachten Erfahrungen, die das
Leben als Soldat ausmachen. Nicht nur positive
Erfahrungen, auch Situationen, in denen man
alles hinwerfen möchte. Gemeinsam mit seinen
Kameraden zu bestehen, macht für mich den Zu-
sammenhalt unter uns Soldaten aus“, erzählt der
Oberstabsgefreite stolz.
Robert ist inzwischen im achten Dienstjahr
und Kraftfahrer auf dem Schützenpanzer „Mar-
der“. Mit dem gut 35 Tonnen schweren und 600
PS starken Gefechtsfahrzeug ist Robert mit der
Grenadiergruppe in jedem Gelände unterwegs.
Er vertraut dabei blind seinem Kommandanten
und sorgt dafür, dass die Grenadiergruppe immer
Einblicke in den täglichen Dienst beim Orientierungstag
Soldatsein ist zunächst eine neue und unbekannte Heraus-
forderung.
Vom Rekruten zum Panzergrenadier
Hauptauftrag der Panzergrenadiere ist der Kampf. Hier
Soldaten des Panzergrenadierbataillons 411 auf dem
Truppenübungsplatz in Viereck.
Oberstabsgefreiter
Robert Platz: Mit
seinem Schützen-
panzer „Marder“
trägt er zum Orien-
tierungstag bei.
Fotos: Bundeswehr/C. Schulze, M. Schulz
DIE BUNDESWEHR | JANUAR 2017
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