Previous Page  36 / 92 Next Page
Information
Show Menu
Previous Page 36 / 92 Next Page
Page Background

w

Wahlen und wichtige politische Weichenstel-

lungen für die kommenden vier Jahre: Auf dem

7. Kongress der Europäischen Union der unab-

hängigen Gewerkschaften (CESI) in Brüssel hat-

ten die Delegierten Anfang Dezember ein volles

Programm. Der Deutsche BundeswehrVerband

(DBwV) war mit dem Landesvorsitzenden West,

Oberstleutnant a.D. Thomas Sohst, und Ann-

Kathrin Schäfer aus der Abteilung Recht als De-

legierte vertreten.

Romain Wolff (CGFP – Luxemburg) und

Klaus Heger wurden als Präsident und General-

sekretär mit großer Mehrheit wiedergewählt. Urs

Stauffer (ZV – Schweiz) folgt Frank Stöhr (dbb

– Deutschland) als Schatzmeister, er wurde mit

großer Mehrheit gewählt. Oberstleutnant a.D.

Thomas Sohst wurde einstimmig in die Schieds-

kommission gewählt.

Hochrangiger Gast war der Vize-Präsident der

Europäischen Kommission, Valdis Dombrovskis.

Er verantwortet die Euro-Politik sowie den sozia-

len Dialog und hob die bedeutende Rolle hervor,

die CESI beim sozialen Dialog als Stimme der

Arbeitnehmer und Beamten einnimmt.

Die Jugendorganisation CESI-Youth, die sich

vor drei Jahren gegründet hatte, wurde nun of-

fiziell in die Satzung mit aufgenommen. Sie soll

die Vertretung der Interessen junger Menschen in

Gewerkschaften und Berufsverbänden stärken.

Die Delegierten beschlossen drei Leitanträge.

Der erste – „Die Zukunft Europas. In Menschen

investieren.“ – behandelt aktuelle beschäftigungs-

und sozialpolitische Fragen. In der Europäischen

Union müssten soziale Mindeststandards gelten.

Dazu hatte der DBwV zwei Anträge gestellt:

„Vertrauen stärken durch eine offensive Kommu-

nikation“ und „Sicherheitskräfte entlasten“. Bei-

de wurden einstimmig beschlossen.

Mit dem zweiten Leitantrag bekennt sich CESI

Romain Wolff

bleibt für die

kommenden vier

Jahre CESI-Prä-

sident.

CESI: Führung bestätigt –

mit Volldampf in die nächsten Jahre

zum öffentlichen Dienst. Der dritte Leitantrag

beschäftigt sich mit den Auswirkungen der Di-

gitalisierung auf die Arbeitswelt. Sowohl Chan-

cen als auch Risiken müssten hier betrachtet

werden.

Weitere Themen waren der Umgang mit türki-

schen Gewerkschaften respektive Berufsverbän-

den vor demHintergrund des derzeit schwierigen

Verhältnisses zwischen der Europäischen Union

und der Türkei. Die Delegierten beschlossen,

Kontakt zu türkischen Gewerkschaften und Be-

rufsverbänden zu halten. Sie diskutierten zudem

über die Europäische Säule sozialer Rechte. CESI

hatte an der Konsultation der Europäischen

Säule Sozialer Rechte teilgenommen und eine

abgestimmte und vom CESI-Präsidium beschlos-

sene Position vorgelegt. Das Papier war in einer

Arbeitsgruppe erarbeitet worden, der Vertreter

der Mitgliedsgewerkschaften und -verbände ein-

schließlich des DBwV angehörten.

CESI vertritt 42 Mitgliedsgewerkschaften und

-verbände mit rund fünf Millionen Arbeitneh-

mern und Beamten. Sie stammen aus 28 europä-

ischen Ländern. CESI wird als EU-Sozialpartner

anerkannt.

aks

Fotos: CESI

7. Kongress der Europäischen Union der unabhängigen Gewerkschaften:

Spitze im Amt bestätigt – Soziales im Blickpunkt

Wählten die Führungsriege und setzten

die politische Agenda für die kommen-

den Jahre fest: Delegierte auf dem

Kongress.

Notiert

Von Januar bis Juni 2017 übernimmt

Malta, der kleine Inselstaat im Mit-

telmeer, zum ersten Mal die EU-Rats-

präsidentschaft. Zu den thematischen

Schwerpunkten gehören Gleich-

stellung, Jugendarbeitslosigkeit und

Migration.

Berlin.

Europäische Sicherheit – in diesen

Tagen ein an jeder Ecke diskutiertes The-

ma. Entsprechend viel Aufmerksamkeit rief

der 15. Kongress für europäische Sicherheit

und Verteidigung – auch als Berliner Si-

cherheitskonferenz bekannt – hervor. Rund

100 Experten und Sicherheitsfachleute

trafen sich Ende November auf Einladung

des „Behördenspiegel“ in der deutschen

Hauptstadt. Mit von der Partie war unter

anderem DBwV-Vize Hauptmann Andreas

Steinmetz.

Die Teilnehmer diskutierten über die Rol-

le von Frontex, die Möglichkeiten einer stär-

keren europäischen Zusammenarbeit in der

Rüstung, aber auch über Populismus als po-

litische Herausforderung und die Bedrohung

durch Cyber-Angriffe.

Die Fachleute sprachen sich für eine bes-

sere Kooperation in Sicherheitsfragen unter

Einbeziehung der Nato aus und für eine Stär-

kung der europäischen Verteidigungsbereit-

schaft insgesamt.

Besonders im Blickpunkt stand Frank-

reich, das Partnernation der diesjährigen

Veranstaltung war.

Sicherheitskonferenz:

Den Gefahren

gemeinsam begegnen

Ein Empfang in der französischen Botschaft gehörte

zum Programm der zweitägigen Veranstaltung.

DIE BUNDESWEHR | JANUAR 2017

E U R O P A

34