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Foto: xxxxxxx

D

Das europäische Parlament setzte ein Zeichen:

Die Abgeordneten nahmen Ende November ei-

nen Entschließungsantrag an, in dem wichtige

Grundsätze der Europäischen Verteidigungsunion

beschrieben werden. Ein Novum ist, dass dieses

Papier auf die sozialen Aspekte der europäischen

Verteidigungspolitik eingeht.

Vorgelegt wurde der Bericht vom Ausschuss für

auswärtige Angelegenheiten. Die Entschließung

fordert dieMitgliedstaaten unter anderem auf, ins-

besondere das Recht des militärischen Personals,

Berufsverbände oder Gewerkschaften zu bilden

und sich ihnen anzuschließen, anzuerkennen und

sie in einen regelmäßigen sozialen Dialog mit den

staatlichen Stellen einzubinden (Text unter http://

bit.ly/2i1opql)

.

Thomas Sohst, Vorsitzender des CESI-Berufsra-

tes Verteidigung, äußerte seine tiefe Genugtuung:

„Es ist das ersteMal, dass ein Bericht über die euro-

päische Verteidigung die sozialen Aspekte explizit

erwähnt. Dies unterstreicht, dass es nicht nur um

die Bereitstellung von Strukturen, Personal, Mate-

rial und Waffen geht. Es geht auch um die Men-

schen, die Soldaten, die Staatsbürger in Uniform.“

Die europäische Dachorganisation der Mili-

tärverbände, EUROMIL, hatte zu dem Entwurf,

der im Unterausschuss Verteidigung federführend

erarbeitet wurde, eine Stellungnahme verfasst.

So wurden, unterstützt durch CESI und nach

Gesprächen mit Abgeordneten im europäischen

Parlament, Fragen von besonderer Bedeutung für

Soldaten in den Bericht aufgenommen.

Jörg Greiffendorf, seit Oktober Vize-Präsident

von EUROMIL, betonte: „Ohne das Mitwirken

des DBwV auf europäischer Ebene wäre diese Än-

derung der Sichtweise nicht möglich gewesen. Wir

laden nun den Europäischen Rat ein, konkrete

Schritte zur Harmonisierung und Standardisie-

Foto: dpa/picture alliance

Entschließungsantrag angenommen – Papier zur Europäischen Verteidigungsunion enthält erstmals soziale Aspekte

rung der sozialen und rechtlichen Rahmenbedin-

gungen für europäische Streitkräfte zu unterneh-

men, um die Zusammenarbeit der Streitkräfte

unter dem Dach einer neuen Europäischen Vertei-

digungsunion zu erleichtern.“

DBwV, EUROMIL und CESI werden den Pro-

zess, der dieser Entschließung folgen muss, kons-

truktiv begleiten. Sohst und Greiffendorf sind der

Überzeugung, dass „dieser erste Schritt viele Mög-

lichkeiten eröffnen wird, die Lage europaweit zu

verbessern.“

Sicherheitsfragen gewinnen angesichts der welt-

politischen Entwicklung für die EU zunehmend

an Bedeutung. Die Experten sind sich darüber ei-

nig, dass einWandel der Denkweise in Europa und

seinen Mitgliedstaaten stattfinden muss.

Weitere Infos zu der Bewertung durch EURO-

MIL und CESI sind unter

www.euromil.org

und

www.cesi.org

zu finden.

ts

Europäisches Parlament betont Grundsatz der

Koalitionsfreiheit

Die gemeinsame europäische Verteidigungs- und

Sicherheitspolitik stand im Blickpunkt: Beim 25.

Europäischen Abend des Deutschen Beamten-

bundes in Berlin diskutierten die Teilnehmer zur

Frage „Die Armee der Zukunft – Nationale oder

europäische Aufgabe?“.

Der Parlamentarische Staatssekretär im Ver-

teidigungsministerium, Ralf Brauksiepe, stellte

klar: Es gehe um eine europäische Sicherheits-

und Verteidigungsunion, nicht um eine europä-

ische Armee. Folgerichtig entbrannte eine Dis-

kussion zum Thema „Perspektive Europäische

Armee“. Die Teilnehmer waren sich einig, dass

Europäische Armee: Im Visier und doch in weiter Ferne

25. Europäischer Abend des dbb Beamtenbund und Tarifunion – Politiker und Teilnehmer diskutierten über Grenzen und

Möglichkeiten der militärischen Kooperation

Europa vor Herausforderungen sowohl im Os-

ten – Russland – als auch an seiner Südflanke

– Flüchtlinge, Kriege und Terrorismus – stehe.

US-Botschafter a.D. John C. Kornblum sagte,

dass nur die Europäer glaubten, Russland kön-

ne ein strategischer Partner sein. Der ehemali-

ge Kommandeur des deutsch-niederländischen

Korps, Generalleutnant Ton Van Loon, wies auf

die Notwendigkeit hin, europäische Fähigkeiten

aufzubauen und auszuweiten.

Der Leiter der Abteilung Verteidigungspolitik

und Planung der deutschen Delegation im Na-

to-Hauptquartier, Brigadegeneral Rainer Meyer

zum Felde, erläuterte, warum eine europäische

Sicherheits- und Verteidigungsunion keine Kon-

kurrenz zur Nato darstelle. Der Wehrbeauftrag-

te Hans-Peter Bartels betonte, die Bundeswehr

brauche eine bessere personelle und materielle

Ausstattung. Der Bundestagsabgeordnete Tobi-

as Lindner von den Grünen legte dar, dass der

finanzielle Bedarf bei der Sicherheits- und Ver-

teidigungspolitik von keinem europäischen Staat

alleine getragen werden könne. Die meisten Teil-

nehmer waren sich schließlich einig darin, dass

eine europäische Armee keine nahe Perspektive,

sondern ein Fernziel sei.

aks

DIE BUNDESWEHR | JANUAR 2017

E U R O P A 35