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Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (M.) stellte sich mit Generalinspekteur

Volker Wieker und Staatssekretär Gerd Hoofe (l.) den Fragen des Plenums.

Ursula von der Leyen verlieh den Preis zum zweiten Mal.

Workshop beim

Tag der Standorte

Der Preis

„Bundeswehr

und Gesell-

schaft“

W

Wenn die Spieße so etwas wie die Mütter der Kom­

panie sind, dann sinddie Standortältesten vielleicht

am ehesten die Väter amStandort: DieMänner, die

richtig Bescheidwissen und die Probleme der Trup­

pe vor Ort kennen. Um ihr Potenzial zur Geltung

zu bringen, hat der DBwV den „Tag der Standor­

te“ angeregt: Ein festes Format, bei dem Standort­

älteste aus der ganzen Republik mit der Führung

des Verteidigungsministeriums ins Gespräch kom­

men. In diesem Jahr fand er zum zweitenMal statt.

Rund 250 Stabsoffiziere und Dienststellenleiter

kamen ins ehemalige „Kosmos“Kino im szenigen

Berliner Friedrichshain.

Wie es sich für den „Erfinder“ gehört, war

auch der DBwV – übrigens als einzige Interessen­

vertretung – mit dabei: Der Bundesvorsitzende

Oberstleutnant André Wüstner war im „Kosmos“,

Vertreter des Verbands beteiligten sich an den

Workshops, in denen die Standortältesten Vor­

schläge zu den wichtigsten Handlungsfeldern der

Bundeswehr erarbeiteten. Wüstner: „Es ist übri­

gens kein Wunder, dass die Ergebnisse eins zu eins

den Forderungen des DBwV entsprechen – es sind

ja auch unsereMitglieder, die hier mitgearbeitet ha­

ben!“ Der Bundesvorsitzende weiter: „Die Ergeb­

nisse des Standorttags sind daher hervorragende

Verstärker unserer verbandspolitischen Arbeit. Sie

kommen im BMVg an und ergänzen die Aktionen

der Beteiligungsgremien.“

Die Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, um

auch wunde Punkte anzusprechen – beispielweise

die noch immer ungelöste Pendlerproblematik, die

mangelhafte Infrastruktur oder den nicht funk­

tionierenden Binnenarbeitsmarkt. Staatssekretär

Gerd Hoofe räumte bei der Abschlussdiskussion

ein, dass hier Lösungen gefunden werden müssen.

Ein weiteres Thema, das auch den Verband be­

wegt, zog sich durch die Präsentationen der Work­

shopErgebnisse: Vertrauen. Die Angehörigen der

Bundeswehr müssen dringend das Vertrauen zu­

rückgewinnen, dass die Bekundungen aus Politik

und Gesellschaft mehr sind als Lippenbekenntnis­

se. Zuletzt hatte der DBwV auf seinem Verbands­

tag daher auch analog zu den diversen anderen

Trendwenden die „Trendwende Vertrauen“ einge­

fordert.

Zuvor hatten Verteidigungsministerin Ursula

von der Leyen, Staatssekretär Gerd Hoofe und

Generalinspekteur Volker Wieker auf dem Po­

dium über aktuelle Herausforderungen der Bun­

deswehr diskutiert und sich den Fragen des Publi­

kums gestellt.

CW

Zweiter „Tag der Standorte“

Standortälteste fordern Trendwende Vertrauen

Fotos: Bundeswehr/Kraatz

Fotos: Bundeswehr/Wilke, Hannemann

Ministerin ehrt das gesellschaftliche

Engagement für die Bundeswehr

Berlin.

Festlicher Auftakt zum „Tag der Standor­

te“: Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen

vergab den Preis „Bundeswehr und Gesellschaft“.

Sie ehrte damit den Landkreis Regen und die Pa­

tengemeinden des dortigen Bundeswehrstand­

orts ebenso wie den Verein „Bundeswehrfamilien

Munster e.V.“ Ein Sonderpreis ging an Irmengard

Röhle.

„Wir sind dankbar für die Wertschätzung und

die Anerkennung, die die Bundeswehr erfährt“,

sagte die Ministerin vor 600 geladenen Gästen,

darunter auch der Bundesvorsitzende, Oberstleut­

nant André Wüstner.

Der Landkreis Regen und Patengemeinden

wurden geehrt, weil alle dort stationierten Ein­

heiten von umliegenden Gemeinden „adop­

tiert“ wurden. Die Patengemeinden sammeln

Spenden, packen Geschenke für die Soldaten

im Einsatz. Ein Förderverein kümmert sich um

die Hinterbliebenen von gefallenen Soldaten.

Der Verein „Soldatenfamilien Munster e.V.“ küm­

mert sich seit zehn Jahren um die Familien von

Bundeswehrangehörigen im Auslandseinsatz und

ergänzt so die dienstlichen Betreuungsmaßnah­

men. Alle vier Wochen steht beispielsweise ein

Ausflug auf dem Plan. Auch im Alltag hilft der

Verein Soldaten bei ihren Sorgen.

Irmengard Röhle ist die Initiatorin des „Mar­

sches der Verbundenheit“, bei dem jedes Jahr Zivi­

listen, Soldaten und Reservisten bis zu zehn Tage

quer durch Bayern wandern, um für die Bundes­

wehr einzutreten. Sie erhielt dafür die „Medaille

des Bundesministeriums der Verteidigung“.

Der Preis „Bundeswehr und Gesellschaft“ wird

künftig einmal jährlich verliehen, gemeinsam vom

BMVg und dem Deutschen Städteund Gemein­

debund. Die Preisträger werden von einem Emp­

fehlungsausschuss ausgewählt, dem auch der Deut­

sche BundeswehrVerband angehört. Sie erhalten

eine Skulptur, deren unterschiedliche Werkstoffe

die Einheit von Bundeswehr, Gesellschaft und

derjenigen Menschen, die sich für die Truppe ein­

setzen, darstellen. Dazu kommt eine Prämie von

2500 Euro.

ASC

DIE BUNDESWEHR | JANUAR 2017

T A G D E R S T A N D O R T E 31